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From The Wells Of Disappointment CD1 Future Perfect 5'28 To The Moment 5'19 Further 3'29 Beyond Nostalgia 5'35 One Fair Season 4'50 On Pink Moon 3'51 Stay With Yourself 6'28 The Red Sun 5'47 Best Wishes 5'22 High On 8’19 Outside Away 4'13 CD2 Future Perfect (Demo) 5'05 To The Moment (Demo) 5'23 Further (Demo) 3'22 Beyond Nostalgia (Demo) 5'51 On Pink Moon (Demo) 4'22 Stay With Yourself (Demo) 5'49 The Red Sun (Demo) 5'51 Best Wishes (Demo) 5'17 High On (Demo) 8'11 Outside Away (Demo) 4'55 bonus track: Morning Dew (live at Heinz Karmers Tanzcafé, 20/01/1996) 7'45 All songs by Kurt Kreikenbom except "Beyond Nostalgia" (Thiesing/Kreikenbom) "High On" (Hösi/Kreikenbom) "Morning Dew" (Bonnie Dobson) Andreas Bausch - drums Johannes Kolter - bass Kurt Kreikenbom - vocals, ac. guitar Jan Schlagenhauf - electric guitar CD1 was produced by Kramer recorded and mixed at NOISE NEW JERSEY Studio, Demarest, N.J. Nov 1-8 1996 engineer: Steve Watson CD2 was recorded on a FOSTEX 8-Track, arranged and produced by The Furthurs, Köln, 1996 mixed by Johannes Kolter & Kurt Kreikenbom mastering by KK and Thomas Knobl at SG, Berlin „Steve Watson was not just the engineer on sessions he sort of nursed the whole project along to a degree far beyond his official obligations, and we simply don’t know how to thank him enough“. The Furthurs „Special thanks to Kramer (for his never-ending patience and breathtaking contributions to these recordings), Gareth, Roberta, Frank, Micha & Karin, Daniel, Heiko & Virginia“. Us spiritual adviser to Mr. Kreikenbom: Martin Klinghammer mastering: Kramer at West West Side Music, New York engineer: Alan Douches original release: Manifatture Criminali re-mastered 2007 by Kramer at NOISE MIAMI photo of The Furthurs: Claudia Wegworth artwork, snapshot photography & layout: Kurt Kreikenbom original painting: Andreas Bausch Noise New Jersey picture by Macioce Als Andreas, Jan, Johannes und ich im Oktober 1996 nach New Jersey flogen, hatten die Furthurs bereits eine gut fünfjährige Geschichte hinter sich, in deren Verlauf line-up, Ambitionen und Stilrichtung ziemlichen Schwankungen unterworfen waren. Wer von Euch das alles ganz genau wissen will, möge bitte hier nachlesen, was die Aufnahmen auf dieser CD angeht, soll die Information ausreichen, daß da eine gut eingespielte Band auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Träume war (na, zumindest der Sänger hat sich da einiges erhofft); nach Jahren in stinkenden Proberäumen und auf den Bühnen der immer gleichen Spelunken könnten wir endlich sozusagen die Ernte einfahren. Bereits im Verlauf der Aufnahmen wurde klar, daß das so einfach nicht sein würde, auch der amerikanische Wunderproduzent konnte und wollte uns wesentliche Richtungsentscheidungen nicht abnehmen. Nach ein paar Wochen im Paradies (endlich fragte neimand mehr nach unseren day jobs, wir wurden stattdessen als Musiker ernst genommen) ging der Alltag in Köln mit unverminderter Orientierungslosigkeit weiter. Es wurde sogar noch schlimmer - die Platte kam und kam nicht 'raus, geglaubt hat das eh keiner daheim, was ich alles aus Amerika berichtet habe, und nach einer längeren Pause genau da wieder ansetzen zu müssen, wo wir den Proberaum ein paar Monate zuvor verlassen hatten, war auch nicht gerade ein Kick. Als das Album endlich erschien, hagelte es zwar Jubelkritiken, dafür machte die Plattenfirma zu, aus der Tour wurde nix und die Band zerstritt sich auch noch ganz schulmäßig. Was zumindest mir blieb, war die Erinnerung daran, einmal ganz nah dran gewesen zu sein, daran nämlich, die eigenen Ideen so umsetzen zu können, daß daraus ein sanft schimmerndes, in sich geschlossenes Klangbild wird, das niemanden ausschließt, der oder die sich darauf einlassen will. Die Furthurs waren zwar ganz klar ein Kind ihrer Zeit, die Wurzeln der Musik reichen aber zurück in eine Ära, als auch etwas abseitiges Songwriting noch im Schoß großer Plattenfirmen gedeihen konnte und auch der schrägste Idiosynkrat mit der erprobten labeleigenen backing band und dem teuren Aufnahmestudio rechnen konnte. Natürlich hat Punk der Studiodekadenz zu Recht für eine Weile den Garaus gemacht, die Musik wieder in die Hände derjenigen gelegt, die sie machen (und zwar so, wie sie das für richtig halten), und die Musikindustrie und ihre Instrumente waren selbstverständlich auch für uns der Feind. Meine Lieblingsmusik entstand dennoch zwischen 1966 und 1976 bei genau dieser Musikindustrie und ist ohne deren know-how auch nicht vorstellbar. Wollte ich meine eigenen Songs, die zu einem großen Teil sich vor genau diesem Sound (nennen wir es Singer/Songwriter/Folkrock) verbeugen, so umsetzen, daß nicht nur meine drei großartigen Bandkollegen und ich das verstehen, brauchten wir Arbeitsbedingungen, die ich mir in Köln nicht mal vorstellen konnte. Einerseits, weil die eigene Musik dort ohnehin nicht verwurzelt war (englische Texte, to begin with), andererseits, weil man daheim nur die Wahl hatte, endweder alles allein mit den bescheidenen Mitteln zu machen, die zur Verfügung standen, oder sich wie einige teils sehr geschätzte Kollegen windigen Arschlöchern an den Hals zu werfen, die einem dann den "amtlichen, internationalen Sound" bastelten und dafür noch Jahre später die Hand aufhielten. Kommt hinzu, daß Rock zu der Zeit in Köln praktisch tot war. Viele Weggefährten experimentierten mit Elektronik, Techno boomte und entsprechende Labels und Künstler hatten in wenigen Jahren genau das Netzwerk mit internationaler Anbindung geschaffen, was die Rockfraktion jahrzehntelang nicht hinbekommen hat. Ist erst in den letzten fünf Jahren deutlich besser geworden. Was blieb uns zu tun? Platte selbst produzieren und 'rausbringen kam nicht in Frage, traute ich zumindest mir nicht zu. Also - kleinen Labels von außerhalb auf die Nerven gehen! Mit Erfolg - nachdem die Band so zu einem Auftritt in Hamburg gekommen war (dem die Version von "Morning Dew" auf CD2 entstammt), der uns tasächlich den ersehnten Plattenvertrag brachte, nahmen wir in (wenn ich mich richtig erinnere) drei Sessions die Demos für unser Album im Proberaum und bei Johannes zuhause auf. Von Mal zu Mal wurden wir sicherer im Umgang mit der Technik, vor allem aber bei der Umsetzung der eigenen Ideen. Johannes' Mitbewohner Steffus und Jürgen standen uns dabei mit unverzichtbarem Fachwissen und Geräten zur Seite. 'Augen zu und durch' war die Devise, wenn wem grad nix einfiele, würde der Produzent das im Studio schon richten, dachte man, Pustekuchen... Die meisten Songs waren aber live-erprobt und hatten über die Jahre ihre Form gefunden; das selbst aufzunehmen, stellte uns alle nicht vor eine völlig unlösbare Aufgabe. Die Schwierigkeit bestand eher darin, das Aufgenommene zum Klingen zu bringen. Kurz und gut - auf den Demos spielt eine gut geprobte Band das Material, das sie kennt, so wie sie es kennt. Keiner da, der den Blick auf winzige, aber vielleicht entscheidende Details richtet, aber darum ging es auch nicht. Das Material zu sichten und den eigenen Beitrag dazu zu überprüfen war genug Arbeit. Erst im Studio hatten wir diesen Expertenblick (Kramer hörte wirklich ALLES!), aber kaum Zeit, an diesen kleinen Details zu arbeiten. Nur sechs Tage, um das gesamte Album aufzunehmen, diverse Gitarren waren kaputt oder angeschlagen und kein Ersatz verfügbar - Gelegenheit, einige Songs nochmal völlig neu anzugehen, war also wirklich nicht, und damit konnten wir einige Hoffnungen, die wir mit dieser Produktion verbunden hatten, eigentlich gleich anfangs begraben. Was für mich persönlich noch schlimmer war: wenn man sich ständig gehetzt fühlt, kriegt man gar nicht mit, ob und wann man den magischen Moment erwischt, der eine Aufnahme besser macht als die fünf Takes zuvor. Mal abgesehen davon, daß für fünf takes wiederum keine Zeit war... Beide Versionen des Albums sind also ein Kompromiß. Die relative Unbefangenheit, mit der wir in Köln das spielten, was wir meinten, spielen zu müssen, mußte in New Jersey erst von Kramer und Engineer Steve 'rausgekitzelt werden, denn nicht nur ich war von der Studiosituation ziemlich eingeschüchtert. Das hört man. Immerhin: Andreas hatte an Kramers Slingerland-Set aus den Siebzigern direkt viel Freude. Hört man auch. Nicht daß jetzt ein falscher Eindruck entsteht - auch wenn wir staunend, ehrfürchtig und etwas schüchtern in diesem wunderbaren Tonstudio agierten (das Mischpult hatte immerhin bereits Dark Side Of The Moon aufgenommen) - es war zwischendurch auch einfach nur toll. Wer mit den Songs etwas anfangen kann und die Original-CD bereits kennt, wird an den Demos entweder die zahlreichen, tollen Produktionsentscheidungen vermissen, oder sich an der Abwesenheit des allgegenwärtigen Plattenhalls erfreuen. Wer die Musik zum ersten Mal hört, kann sehr anschaulich nachvollziehen, wie man aus ein paar guten Songs eine echte Platte macht. Kramers Produktion klingt schlicht großartig. Wer bei den Demos genau hinhört, wird feststellen, daß meine Gitarre hingegen ziemlich scheiße klingt (im Studio gab es deshalb eine Gibson Hummingbird), wer sich davon nicht stören läßt, wird mit einer Version von "On Pink Moon" belohnt, für die ich mir selbst das Ding kaufen würde (und natürlich für Jans Gitarrensolo in "High On"). Übrigens der einzige Song, bei dem ich mit Kramer nicht einer Meinung war - das Bandarrangement wurde auf sein Anraten hin ersatzlos gestrichen. Mir gefällt es Das gilt auch für "Outside Away" - in beiden Versionen. Seinerzeit wollten wir das Stück dann doch nicht auf dem Album haben, weil es stilistisch zu weit weg war von allen anderen Songs. Richtig glücklich mit dem Arrangement war ich damals außerdem nicht. Mittlerweile denke ich, daß "Outside Away" am Ende der CD durchaus richtig aufgehoben gewesen wäre. Erst eine Stunde träumen und den eigenen Gedanken nachhängen und dann vier Minuten wachgerüttelt und mit Schwung in die Realität entlassen werden... Wie auch immer - viel Spaß damit! Alles über die ausgesprochen vergnügliche CD-Präsentation im BLUE SHELL im November 2007 könnt Ihr hier nochmal nachlesen. KK, im März 2009 zurück links Gästebuch! noch Fragen? |